Wenn der Schmäh zum Mobbing wird

Herr Markus Trenn vom Landeskriminalamt Wien spricht im Rahmen des Abendvortrags für Eltern zum Thema Mobbing

Am Vorabend des Tags der Zivilcourage fand auch in diesem Jahr wieder ein Vortrag statt, der sich heuer mit dem Thema Mobbing und im Speziellen mit Cyber-mobbing also dem Mobbing via digitale Medien beschäftigte. Herr Markus Trenn vom Landeskriminalamt Wien ging in seinen Ausführungen zunächst auf die Schwierigkeit ein, Mobbing als Solches zu erkennen. Oft seien am Anfang die Täter- Opferrollen gar nicht eindeutig verteilt, erst im Laufe der Zeit kristallisiere sich ein/e Schwächere/r und eine Stärkere/r heraus, um den sich dann auch andere scharen. Das Opfer wird dadurch zunehmend isoliert – einsam - und die Gruppe fühlt sich dadurch stark und verhält sich zunehmend gemein. Diese Gegenüberstellung von einsam <-> gemein lässt sich nur gemeinsam auflösen.

Was können Erwachsenen tun

Hier sind nun die Erwachsenen (LehrerInnen, Eltern, Schulpsychologen, Sozialarbeiter,….) gefragt und gefordert, häufig allerdings auch überfordert, denn oft ist es mit einem klärenden Gespräch, bei dem Täter und Opfer aneinander am Ende die Hand reichen (sollen) nicht getan. Wird an der Grundeinstellung nicht gearbeitet und vor allem verabsäumt auch die anderen Beteiligten (Zu- und Wegschauer, MitläuferInnen, KlassenkameradInnen, Lehrkräfte,…) in den Prozess einzubeziehen, so ist die „Rückfallquote“ also die Gefahr, dass der/die SchülerIn nach einiger Zeit wieder gemobbt wird, sehr hoch. Oder es kann passieren, dass sich die Mobbing-Situtation umkehrt , indem nach der „Klärung“ der „böse Täter“ ausgegrenzt = gemobbt wird. Beide Szenarien erreichen nicht das angestrebte Ziel: Ein konstruktives Miteinander an der Schule. 

Wer ist betroffen?

Wichtig ist es, zu wissen, dass jede/r von Mobbing betroffen sein kann, da die Anlässe oft nichtig und an sich unbedeutend sind, sich aber aufgrund der Gruppendynamik rasch aufschaukeln können. Die Opfer nehmen häufig auch keine Hilfe an, da sie die Schuld für das Verhalten der anderen bei sich selbst suchen. Ein gutes Eltern-Kind-Verhältnis mit einer entsprechenden Gesprächskultur kann hier vieles im Vorfeld ans Tageslicht bringen. Auch eine gute Kommunikationsbasis Elternhaus-Schule ist hilfreich, da die meisten Lehrkräfte über die Vorgänge in den Klassen (und auch am Gang und in den Pausenräumen) Bescheid wissen. Der Kontakt zu den Freunden der eigenen Kinder und/oder deren Eltern wird mit zunehmendem Alter der Kinder zwangsläufig etwas loser, sollte aber auch nach Möglichkeit aufrechterhalten werden, da auch diese meist informiert sind, auch wenn der/die Gemobbte nichts erzählt.

Hilfsangebote der Polizei

Die Polizei bietet Workshops an, in denen über einen längeren Zeitraum mit einer Klasse gearbeitet wird, um solchen Situationen vorzubeugen und veranstaltet Vorträge auch zu den Themen Cyber-Grooming (Anbahnung sexueller Kontakte von Erwachsenen mit Minderjährigen per Internet) und Bullying (Gewaltanwendung gegenüber anderen; hierbei handelt es sich um einen etwas umstrittenen Begriff, der unterschiedlich verwendet wird).

 

WENN DER SCHMÄH ZUM MOBBING WIRD

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