Unterstützung für blinde Menschen

Dr. Susanne Buchner-Sabathy zu Besuch in der 3B

Ich bin blind. Viele Menschen möchten mir gern helfen.

Aber manchmal werde ich wortlos am Arm gepackt und über eine Kreuzung "Geschleift", obwohl ich die gar nicht überqueren will. Und manchmal stehe ich viele Minuten neben dem Kühlregal  im Supermarkt und hoffe, dass mir jemand dabei hilft, ein Joghurt zu kaufen. Es ist also gar nicht so einfach mit dem Helfen.

Am "Tag der Zivilcourage" machte sich die 3b-Klasse in den ersten beiden Schulstunden auf die Suche nach Möglichkeiten, blinde und stark sehbehinderte Menschen im Alltag zu unterstützen. 

alltägliche Probleme

Du möchtest einem blinden Freund oder einer blinden Freundin einen Feriengruß schicken. Wie könntest Du das machen?

In der U-Bahn-Station Stephansplatz siehst Du einen blinden Menschen, der sich ratlos umsieht. Was könntest Du tun?

Stell Dir vor, Deine Oma oder Dein Opa können die Aufschrift auf den Gewürzdosen nicht mehr gut lesen. Wie könntest Du ihnen helfen, damit sie Salz, Pfeffer und Paprika nicht verwechseln?

Anhand solch alltäglicher Situationen erkundeten die Schüler und Schülerinnen der 3b-Klasse, wie jede/r einzelne an einer gemeinsamen Welt mitbauen kann. Sie gingen dabei einfühlsam und erfinderisch zu Werke, bewiesen hervorragende Beobachtungsfähigkeit, Geschicklichkeit und eine erfrischende Offenheit im Umgang mit Barrieren, die erwachsenere Menschen oft verunsichern.

Die 3B probiert und übt ...

Wir untersuchten gemeinsam Situationen auf der Straße und in der Wohnung, bei Geburtstagspartys und beim Einkaufen. Wir versuchten, einen blinden Menschen zu führen, und probierten das Gehen mit Taststock aus. Wir übten, Münzen an ihrer Größe und ihren Rändern zu unterscheiden. Und zuletzt gab es noch einen Crash-Kurs in der tastbaren Brailleschrift.

Für jede Situation wurde ein Weg gefunden. Von all diesen klugen, praktischen, manchmal überraschenden Lösungen verrate ich Ihnen hier nur die Sache mit dem Feriengruß: man schickt einen Umschlag mit duftenden Kräutern, Föhrennadeln, Tannenzapfen, einem seidigen Kiesel, ein paar Körnchen Sand, …

Ganz ehrlich - haben Sie sich nicht auch schon immer so sinnesfrohe Ferienpost  gewünscht?

Noch Fragen?

Weitere Informationen zu diesem spannenden Thema findest du unter www.sabathy.at/workshops.

 

UNTERSTÜTZUNG FÜR BLINDE MENSCHEN

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